Abfallentsorgung im Landkreis Fürstenfeldbruck

Die wichtigsten Punkte der Abfallentsorgung im Landkreis Fürstenfeldbruck kurz erklärt. Das System unterscheidet sich in manchen Punkte von anderen Landkreisen und Städten. So gibt es im Landkreis keinen "gelben Sack".

System

Der Abfallwirtschaftsbetrieb Fürstenfeldbruck (AWB) sammelt die Abfälle in einem gemischten Hol- und Bringsystem.

Bei den Haushalten wird standardmäßig der Restmüll vierzehntägig abgeholt. Die Abholtermine veröffentlicht der AWB in einem Abfuhrkalender.

Der Biomüll kann entweder selbst kompostiert werden oder wird ebenfalls wöchentlich abgeholt.

Papier oder Wertstoffe können entweder in jeweils einer Tonne zur Abholung gesammelt werden oder zu einem Wertstoffhof gebracht werden.

Die übrigen Abfallfraktionen (= Kategorien von Abfällen) sind zu den Wertstoffhöfen zu bringen.

Wertstoffhöfe

Es gibt drei Größen von Wertstoffhöfen im Landkreis:

  • Kleiner Wertstoffhof: Fraktionen: Papier, Glas, Dosen
  • Mittlerer Wertstoffhof: unterschiedlich, beispielsweise Esting: Kunststoff und Grünabfälle
  • Großer Wertstoffhof: Alle Fraktionen, für Problemmüll gibt es Sonderregelungen

Die kleinen Wertstoffhöfe sind durchgehend geöffnet, teilweise zur Vermeidung von Lärmbelästigung nachts oder an Sonn- und Feiertagen geschlossen.

Den Begriff "mittlerer Wertstoffhof" gibt es im Sprachgebrauch des Abfallwirtschaftsbetriebes nicht. Vielmehr gibt es Gartenabfallsammelstellen und Kunststoffsammelstellen, die aber in Esting zusammengefasst sind. Die Öffnungszeiten und gesammelten Fraktionen sind für Kunststoff und Gartenabfall veröffentlicht.

Die großen Wertstoffhöfe haben Öffnungszeiten, die ebenfalls vom Abfallwirtschaftsbetrieb veröffentlicht werden.

Planung mittlerer Wertstoffhof

Seit vielen Jahren gibt es die Forderung der Schwaigfelder Bürger, im Norden von Olching einen mittleren oder großen Wertstoffhof zu errichten.

Da der Abfallwirtschaftsbetrieb in jeder politischen Gemeinde maximal einen großen Wertstoffhof betreibt, bleibt nur ein "mittlerer Wertstoffhof", also eine kombinierte Gartenabfall- und Kunststoffsammelstelle.

Die Forderung wurde bereits kurz nach Baubeginn im Schwaigfeld erhoben. So wurde in der Bürgerversammlung Olching im November 2003 beklagt, dass die Schwaigfelder in Olching zuviel Verkehr verursachen. Herr Stadtrat Ewald Zachmann nahm diese Forderungen in einem süffisanten Leserbrief auf das Korn (FFB Tagblatt vom 18.11.2003 - Ein Pickerl für die Schwaigfelder). Damals war aber gerade mal der 2. Bauabschnitt in Bau. Wenn man sich jetzt die Bebauung des Schwaigfeldes ansieht, aus heutiger Sicht ein eher marginales Problem.

Es konstituierte sich auch in dieser Zeit eine Anwohnerinitiative Feldstraße, die unter anderem den "Wertstoffhofverkehr" vom Schwaigfeld zum großen Wertstoffhof im Gewerbegebiet kritisierte, der auch heute noch sich durch die Feldstraße bewegt.

Um die Forderung der Schwaigfelder wurde es aber über die Jahre ruhiger. Insbesondere der Fernwärmestreit band alle Ressourcen, so dass dafür keine Energie mehr blieb. Zudem fehlte auch das Grundstück.

Dies änderte sich im Januar 2016, nachdem die Stadt das Grundstück östlich der Ludwigstraße erwerben konnte (FFB-Tagblatt vom 15.01.2016 - Stadt kauft Grund im Schwaigfeld).

Im Juni 2016 kam dann die Forderung auf einer Versammlung der BüSch für die Schwaigfelder Bürger wieder ausdrücklich auf den Tisch. Dort stellte Herr Bürgermeister Magg in Aussicht, dass auf dem gekauften Grundstück der Stadt (Ecke Ascherbachstraße / Ludwigstraße / Tucholastraße - siehe Skizze) ein mittlerer Wertstoffhof errichtet werden wird. (Mitschrift der Versammlung vom 01.06.2016 unter Nr. 5). Diese Ankündigung wurde von den Anwesenden positiv aufgenommen.

Im März 2017 wurden die Weichen vom Stadtrat Olching gestellt, der Flächennutzungsplan geändert und das Bebauungsplanverfahren gestartet. (SZ vom 19.03.2017 - Neuer Wertstoffhof rückt näher)

In der darauf folgenden Bürgerbeteiligung wurden von Bürgern Einwände gegen den Wertstoffhof erhoben. Diese kritisierten insbesondere den Standort und die damit verbundenen Geruchsbelästigung sowie dem erhöhten Verkehrsaufkommen.

Auf der Mitgliederversammlung von BüSch vom 11.07.2017 wurden diese Einwände bekannt und überraschten die anwesenden Mitglieder. Daraufhin wurde dieser Punkt mit der laut Satzung erforderlichen Mehrheit auf die Tagesordnung gesetzt. Es wurde folgender Beschluß gefasst:

"Die Mitgliederversammlung spricht sich für die Errichtung eines mittleren Wertstoffhof zur Sammlung von Grün- und Plastikmüll an der Ecke Tucholastraße/Ludwigstraße aus. Es wird auf das Versammlungsprotokoll vom 01.06.2016 Bezug genommen."

Dieser Antrag wurde mit 54 Stimmen zu 1 Stimme bei 8 Enthaltungen angenommen. Argumente für den Wertstoffhof waren insbesondere die Verminderung der Verkehrsbelastung und die damit verbundenen negativen Folgen für die Umwelt, indem bei den häufig zu entsorgenden Fraktionen Kunststoff und Gartenabfall die Autofahrt zum großen Wertstoffhof entfällt. Aus Sicht der Schwaigfelder bedeutet ein mittlerer Wertstoffhof auch, dass man das Auto ganz stehen lassen kann und zudem eine Menge Zeit spart.

Weiterhin wurde folgender, einstimmiger Beschluss gefasst:

"Sollte die Stadt erwägen das Verfahren einzustellen, wird sie gebeten vor einer endgültigen Entscheidung ein Meinungsbild der Bewohner des Einzugsgebietes einzuholen, beispielsweise durch eine Stadtteilsbürgerversammlung."

Diese Beschlüse wurden der Stadt Olching, Herrn Bürgermeister Magg, zur Kenntnis gebracht. Als Reaktion soll das Thema auf der Bürgerversammlung für Geiselbullach / Graßlfing zur Diskussion gestellt werden. Da mit einem höheren Zustrom gerechnet wird, wird die Versammlung von der Aula in die Turnhalle der Grundschule Graßlfing verlegt. Die Versammlung findet am Mittwoch, den 18.10.2017 um 19:30 Uhr statt. (Website der Stadt Olching).

Derzeit ist nicht bekannt, welche Abfallfraktionen an diesem Standort im Schwaigfeld gesammelt werden sollen und welche Öffnungszeiten geplant sind. Bei der bisherigen Diskussion ging man von dem entsprechenden Wertstoffhof in Esting aus. Dort werden an zwei Terminen in der Woche (Dienstagnachmittag, Samstagvormittag) Kunststoffe und Gartenabfall gesammelt.

 

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